Ohne Pflicht keine Kür. Oder warum Qualität mit Q wie Qual beginnt. Ein Vortrag von Wolfgang Beinert am 5. Juni 2010 auf dem »6. Internationalen Symposium Typogravieh Lebt!« an der Bauhaus-Universität Weimar. 

Das Symposium der Bauhaus-Universität Weimar findet 5. Juni 2010 ab 14:00 in der Geschwister-Scholl-Straße 8 in 99423 Weimar und im Lichthaus Kino im Straßenbahndepot, Am Kirschberg 4 in 99423 Weimar statt.

 

Signet des 6. Internationalen Symposiums »Typogravieh Lebt!« an der Bauhaus-Universität Weimar.
Signet des 6. Internationalen Symposiums »Typogravieh Lebt!« an der Bauhaus-Universität Weimar.

 

Viele finden die exklusiven Drucksachen aus dem Atelier Beinert | Berlin bemerkenswert. All die wohlgestalteten Prospekte, Bücher und sonstigen Dinge für Leica, Chanel, Gmund Papier – oder für wen auch immer. Selbst Branchenfremde sind oftmals beeindruckt; so schrieb beispielsweise die Elle: »Seine Entwürfe, die überwiegend auf erlesenen Papieren gedruckt und in der Weiterverarbeitung veredelt werden, gehören zu den feinsinnigsten Drucksachen, die in Deutschland noch hergestellt werden«.

Nun, das liest sich natürlich alles toll und wunderbar. Aber die meisten – insbesondere junge Kolleginnen und Kollegen – vergessen dabei, wie viel Aufwand, Allgemein- und Fachwissen sowie produktionstechnisches Know-how vonnöten ist, um derartige Arbeiten realisieren zu können.

Dieser Vortrag wird deshalb eine kleine Exkursion hinter die Kulissen des Top-Grafikdesigns. Eine Art Kurzseminar – ein »Making of«, das anhand realisierter Grafikdesignprojekte von Wolfgang Beinert den elementaren Stellenwert der Typographie im Grafik- und Kommunikationsdesign vermittelt. An Auftragsarbeiten wird im Detail erklärt, wie derartige Projekte und Arbeiten entstehen und realisiert werden.

Im Vortrag werden Typo-Basics, Makro- und Mikrotypographie, Schrift ist nicht gleich Schrift, Kalligraphie, Schrift und Material, Schrift in unterschiedlichen Druck- und Produktionsverfahren, Schrift auf digitalen Benutzeroberflächen, Schrift im Prägedruck, Schrift und Druckfarben, Optimierung des typographischen Workflows, Raster- und Umbruchsysteme, Auftragsrecherche, Briefing, theoretische und praktische Herangehensweisen an einen Grafikdesignprojekt, Reinabwicklung, Präsentationstechniken und gewerbespezifischer Sprachschatz angesprochen. Nach dem Vortrag können Interessierte Fragen stellen.

Wolfgang Beinert gehört zu den wenigen deutschen Grafikdesignern, die sich ausschließlich auf exklusive Individuallösungen spezialisiert haben, die einen sehr hohen philologischen, handwerklichen, akademischen und künstlerischen Spezialisierungsgrad erfordern. Er wurde bereits vielfach international ausgestellt und ausgezeichnet; so u.a. vom Tokyo Type Directors Club, Art Directors Club und Type Directors Club of New York. Das Goethe-Institut widmete ihm 2001 als ersten Grafikdesigner eine Retrospektive. 2002 wurde er vom US-amerikanischen Designmagazin »Graphis« zu den wichtigen europäischen Grafikdesignern gezählt.

Weiterführende Informationen
www.uni-weimar.de