Wolfgang Beinert zum Employer Branding: Sind Menschen Marken?

Interview von Ulrich Pfaffenberger zum Thema Employer Branding mit dem Grafikdesigner Wolfgang Beinert für den Radstand Korrespondent, Ausgabe März 2012, »Expertenansicht: So wird die Firma zu Marke«.

Pfaffenberger:
Welche fünf Faktoren sind für ein Employer Branding, das seinen Namen verdient, die wichtigsten?

Beinert:
Weniger Marketing und Schein, dafür mehr Engagement, Authentizität und Nachhaltigkeit in den Chefetagen.

Pfaffenberger:
Was sollten sich Unternehmen in Sachen Employer Branding bei der klassischen Markenbildung abschauen?

Beinert:
Ich wäre mehr als vorsichtig, Stereotypen des klassischen Brandings zu imitieren. Menschen sind keine »Marken«, sondern Individuen mit eigenständigen Werten und Vorstellungen, also nicht planbar.

Pfaffenberger:
Welcher von ihnen entscheidet das »alles oder nichts«?

Beinert:
Eine klar erkennbare und nachhaltige Win-Win-Situation.

Pfaffenberger:
Welcher wird am häufigsten bei der Umsetzung unterschätzt?

Beinert:
Das sich Werte und No-Gos radikal verändern und das Employer Branding keinen unmittelbaren Vorteil für Mitarbeiter bietet. Und im Gegensatz zu Marken kommunizieren Menschen unverblümt, insbesondere in einer digital vernetzten Welt. Ein kleiner Tweet bei Twitter kann heute eine millionenschwere Employer Branding-Kampagne in ein paar Stunden zum Alptraum machen.