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Wir sind zu dick. Wir sind zu hässlich …

“Wir sind zu dick. Wir sind zu hässlich. Glatzen sind out. Dicke Dinger in. Geiz ist geil und ohne Hugo Boss bist du kein Mann. Nur mit Premiere gibt es noch gute Zeiten und nur Miracoli bringt Leben an den Tisch … Ich bin doch nicht blöd”.

Wolfgang Beinert, Grafikdesigner und Fotograf, 2003

Ich halte es da ganz wie Groucho Marx …

“Ich halte es da ganz wie Groucho Marx: Vereine, die solche Typen wie mich als Mitglieder aufnehmen, sind mir äußerst suspekt”.

Wolfgang Beinert, Grafikdesigner und Fotograf, 2002

Bietet der ADAC eigentlich nicht mehr fürs Geld?

“Warum ist für den einen oder anderen Kollegen die Bekanntgabe seiner barrierefreien Mitgliedschaft beim TDC »New York« (Erwachsene $ 110,-, Studenten $ 40,-) wichtiger, als die beim ADAC »München« (Erwachsene EUR 37,84, Studenten EUR 0,-)? Bietet der ADAC eigentlich nicht mehr fürs Geld?”.

Wolfgang Beinert, Grafikdesigner und Fotograf, 2004

Nahezu alle deutschen Designzentren und Designverbände dienen primär nur noch den wirtschaftlichen Interessen einiger weniger Personen …

“Nahezu alle deutschen Designzentren und Designverbände dienen primär nur noch den wirtschaftlichen Interessen einiger weniger Personen, die diese ehemals gemeinnützigen und ehrenwerten Vereine rücksichtslos für sich instrumentalisiert haben”.

Wolfgang Beinert, Grafikdesigner und Fotograf, 2002

Alle Top-Grafikdesigner die ich kenne, sind auch leidenschaftliche Typographen …

“Alle Top-Grafikdesigner die ich kenne, sind auch leidenschaftliche Typographen”.

Wolfgang Beinert, Grafikdesigner und Fotograf, 2006

Eigentlich müsste die Helvetica Germanica heißen …

“Eigentlich müsste die Helvetica Germanica heißen”.

Wolfgang Beinert, Grafikdesigner und Fotograf, 1994

Die meisten Typographen in Deutschland …

“Die meisten Typographen in Deutschland bekommen schon einen kleinen Orgasmus, wenn sie eine kursive Sabon mit einer fetten Imago mischen”.

Wolfgang Beinert, Grafikdesigner und Fotograf, 2001

Deutsche und schweizer Typographen …

“Deutsche und schweizer Typographen sollten sich nicht nur mit Tschichold und der linearen Anordnung einer Grotesk auseinandersetzen. Sie sollten öfters einmal ein TDC-Annual studieren, ohne nach der zehnten Seite Magensausen zu bekommen”.

Wolfgang Beinert, Grafikdesigner und Fotograf, 1998

Schriften haben schon vor Jahrhunderten ihre perfekten Formen gefunden …

“Schriften haben schon vor Jahrhunderten ihre perfekten Formen gefunden. Wer glaubt, heute noch eine Schrift entwickeln zu können, die schöner ist als eine von William Caslon oder von Giambattista Bodoni, der hat vermutlich wenig verstanden”.

Wolfgang Beinert, Grafikdesigner und Fotograf, 2000

Ich bin ein Lyriker unter den Typographen …

“Ich bin ein Lyriker unter den Typographen”.

Wolfgang Beinert, Grafikdesigner und Fotograf, 2001

Typographie ist für mich ein wichtiger Gestaltungsparameter …

“Typographie ist für mich ein wichtiger Gestaltungsparameter. Ich investiere deshalb sehr viel Zeit in diesen Bereich der Gestaltung. Ich wähle Schriften immer sehr überlegt aus und überlassen nichts dem Zufall. Ich teste sie immer auf ihre Anwend- und Lesbarkeit. Jeder Buchstabe, jeder Abstand und jeder Leerraum wird von mir bewusst realisiert. Ich entwickle für jede Arbeit eine typographische Auszeichnungshierarchie, die den Leser bzw. Betrachter so angenehm wie möglich durch meine grafische Arbeiten führen soll und die ihn hoffentlich nicht langweilt”.

Wolfgang Beinert, Grafikdesigner und Fotograf, 2000

Buchstaben können ziemlich sexy sein …

“Buchstaben können ziemlich sexy sein. So hat z.B. das gemeine »g« eine ziemlich erotische Wirkung auf mich. Ganz abgesehen vom »Q« einer Renaissanceantiqua im Schnitt eines gemeinen Kapitälchens”.

Wolfgang Beinert, Grafikdesigner und Fotograf, 1996

Heute stehen sämtliche Thesen über die »richtige und gute« Typographie auf dem Prüfstand …

“Heute stehen sämtliche Thesen über die »richtige und gute« Typographie auf dem Prüfstand. Typographie bedeutet nicht mehr eine »Times« in Cicero von links oben nach rechts unten – im besten Sinne Tschicholds – zu setzten. Unsere Kommunikationsmittel, unsere Kommunikationszielgruppen und unsere Lese- und Betrachtungsgewohnheiten sind so different und schnelllebig geworden, dass Typographie heute sowohl Handwerk, technisches Wissen, Lehre als auch Wissenschaft beinhaltet. Wer sich heute ernsthaft der Typographie widmet, muss sich folglich auch für visuelle und phonologische Prozesse beim Lesen, Lesbarkeitsforschung, Wahrnehmungspsychologie und der Organisation von Hirnprozessen beim Betrachten einer typographierten Flash-Animation beschäftigen”.

Wolfgang Beinert, Grafikdesigner und Fotograf, 2002

Ich widerspreche ausdrücklich all denjenigen, die behaupten, Typographie müsse sich unterordnen …

“Ich widerspreche ausdrücklich all denjenigen, die behaupten, Typographie müsse sich unterordnen, leise sein und sie hätte keinen Bezug zum sprachlichen oder emotionalen Inhalt eines Textes. Genau das Gegenteil ist real. Ein Buchstabe ist keinesfalls kategorisch unbedeutend. Die Wahl der richtigen Schrift und deren mikrotypographischer Implementierung kann äußerst produktiv sein oder ziemlich genau das Gegenteil bewirken. Ein Liebesgedicht von Rilke und die Betriebsanleitung für einen Handy sind zweierlei. Werkdruckpapier und ein VGA-Monitor sind zweierlei. Theorie und Praxis sind zweierlei. Tut mir leid meine Herren, die Erde ist rund und die Typographie bricht gerade aus dem Getto des Stehkragenproletariats aus!”.

Wolfgang Beinert, Grafikdesigner und Fotograf, 2003

Erst durch die Typographie …

“Erst durch die Typographie konnten Ideen und Wissen maschinell reproduziert werden. Ohne Typographie sind Humanismus, Aufklärung, die Entdogmatisierung der Wissenschaft im Ursprung Galileis und Keplers sowie die Liberalisierung undenkbar. Anders ausgedrückt: Ohne die Typographie würden die 5er-BMW-fahrenden Shareholder Values-Typen noch immer mit den Händen Kartoffeln ausgraben”.

Wolfgang Beinert, Grafikdesigner und Fotograf, 2003

Du musst die Regeln der Typographie kennen …

“Du musst die Regeln der Typographie kennen, bevor du sie brechen kannst. Erst lernen, dann brechen!”.

Wolfgang Beinert, Grafikdesigner und Fotograf, 2003

Typographie bedeutet nicht, Buchstaben zu tippen …

“Typographie bedeutet nicht, Buchstaben zu tippen, sondern Gedanken sichtbar und verständlich zu machen; in der Art, dass Inhalt, Schrift und Bild ein optisch und didaktisch befriedigendes Ganzes ergeben”.

Wolfgang Beinert, Grafikdesigner und Fotograf, 2008

Die klassische Werbung ist passee …

“Die klassische Werbung ist passee. Spätestens am Ende dieses Jahrzehnts werden intelligente Super-Echtzeit-Netzwerke eine neue, individuelle und intelligente Kommunikation ermöglichen”.

Wolfgang Beinert, Grafikdesigner und Fotograf, 2003

Wir werden uns von unserer »Schneller-Höher- Weiter- Mentalität« verabschieden müssen …

“Wir werden uns von unserer »Schneller-Höher- Weiter- Mentalität« verabschieden müssen. Qualität, Nachhaltigkeit und Rhythmus werden wichtiger als Quantität, Kürze und Takt”.

Wolfgang Beinert, Grafikdesigner und Fotograf, 2003

Wir stehen am Anfang eines multidisziplinären Strukturwandels …

“Wir stehen am Anfang eines multidisziplinären Strukturwandels, mit Auswirkungen, die weitaus gravierender sein werden, als es durch die Typographie Gutenbergs geschah. Arbeit wird zur Tätigkeit, analoge Handlungsweisen werden zur Flexibilität, mechanische Zeit wird zur Echtzeit, Sendemasten ersetzen Bahnhofsuhren, Beschleunigung wird zur Gleichzeitigkeit und unsere Lebensräume und Werte werden sich weiterhin nachhaltig verändern. Wer diese Veränderungen erkennt und konstruktiv nutzt, wird sicherlich zu den Gewinnern gehören”.

Wolfgang Beinert, Grafikdesigner und Fotograf, 2003